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Léo Malet: Die Sonne scheint nicht für uns

Kriminalroman, Schwarze Triologie 2

Für schwarzen Humor und bitteren Sarkasmus gibt es nicht nur die amerikanische Tradition. Malet hat mit der "Schwarzen Trilogie" seine Meisterschaft bewiesen. Schauplätze dieses Romans über das "Paris von unten" sind die Spelunken, Quais und Elendsquartiere, deren hoffnungslose Not Malet ohne romantische Verklärung beschreibt. Das Glück existiert hier für die Herumtreiber nur als trügerische Hoffnung, auch wenn es Gina heißt und ein Entkommen aus dem Elend verspricht. Aber Gina wird an einen Araber verhökert und das Unglück nimmt seinen Lauf. Nach einem Mord ihres eifersüchtigen Geliebten stirbt Gina auf der Flucht. Andrès bestattet sie nach Indianerart auf einem Baum "zwischen zwei dicken Ästen, durch die die aufgehende Sonne sie bescheinen kann".Malets Sprache ist kühl und distanziert, surrealistische Elemente und bissige Dialoge machen ihre prägnante Mischung aus. Eindringlich schildert er die Düsterkeit der sozialen Situation, in der die Sonne nur für die Reichen scheint, nie aber in die finsteren Winkel vordringt. Malet, der selber jahrelang ohne festen Wohnsitz war und dafür im Gefängnis saß, kannte das Milieu der Verlierer aus eigener Anschauung. "Wir müssen nehmen, was von den anderen übrigbleibt, diese Sonne hat schon anderswo gedient."

Paperback, 128 Seiten

 


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